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Zum Film „Melencolia“ von Astrid Amadeo

Der Meisterstich von Albrecht Dürer „Melencolia“ aus dem Jahre 1514 mit den Originalmassen 24 x 18,8 cm ist die Vorlage für diese Arbeit.

Der Stich wurde auf feines Transparentpapier zum Format 200 x 150 cm vergrößert.

Mit schwarzer Tusche wurde die Zeichnung als Großformat umgesetzt. Die Helldunkelwerte des Stichs und der sofortige Wiedererkennungswert waren die Zielsetzung beim Kopieren. Mit dem Stichel lineare Vertiefungen in die Platte zu arbeiten und diese Vertiefungen danach mit Farbe zu füllen und seitenverkehrt als Abdruck auf dem Papier sichtbar zu machen, diese Arbeitsstruktur beschreibt den Prozess des Tiefdruckes.

Im Filmprojekt werden die Vertiefungen als Schnitte mit dem Cutter in die gesamte Papieroberfläche gesetzt, dabei wird wie die Machart eines Stiches, bei der sich die Linien diagonal überkreuzen, aufgenommen, und das ganze Blatt mit der Tuschzeichnung wird diagonal zerschnitten in kleine 1,5 cm große Stücke.

In diesem Zustand hat sich das Blatt zu einer dreidimensionalen skulpturalen Oberfläche verwandelt. Das Bild, jedoch in viele kleine Teile zerschnitten und dekonstruiert, präsentiert sich noch immer als die bekannte, sinnende Melencolia von Albrecht Dürer im Großformat.

Das zerschnittene Bild wird nun mit seitlichen Kulissenwände eingerahmt.

Von der Galerie aus wird der nächste Prozessschritt gefilmt: Das  Bild der Melencolia löst sich Stück für Stück auf unter der Einwirkung von Fönluft. Langsam und schneller werden die kleinen Papierschnipsel über den Boden gewirbelt, sie tanzen und drehen sich, die ganze Struktur beginnt sich zu bewegen. Die Melencolia buchstäblich wird weggewindet und auf einem Boden von gemalten schwarz-weißen Würfeln zu einem neuen Bild formiert, welches das Konstruktive und Verspielte des Sinnens darstellen möchte.

 

© Astrid Amadeo, 2013

Filmtechnik und Schnitt Anna Weber, Zürich